Stärkung des Lehramtsstudiums in Mangelfächern

KMK-Pressemitteilung

KMK legt Empfehlungen zur Stärkung des Lehramtsstudiums in Mangelfächern vor

Die Kultusministerkonferenz hat in ihrer virtuellen 376. Sitzung in Berlin Vorschläge entwickelt, wie das Bild von Mangelfächern, insbesondere Mathematik und Naturwissenschaften, so verändert werden kann, dass mehr Abiturientinnen und Abiturienten ein Lehramtsstudium in einem dieser Fächer aufnehmen und infolgedessen das Angebot erhöht wird.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst: „Die Länder sind sich der herausfordernden Lage sehr wohl bewusst und werden den Kopf nicht in den Sand stecken. Es zeigt sich, dass wir die Bemühungen zur Gewinnung von Lehrkräften in den Ländern weiter intensivieren müssen, auch deshalb haben wir diese Empfehlungen für Mangelfächer entwickelt. Es muss uns gelingen, den so wichtigen Beruf der Lehrerinnen und Lehrer durch weitere Maßnahmen noch attraktiver zu machen.“

Hierzu wurden Empfehlungen für die Handlungsfelder „Schule“, „Medien und Werbung“, „Studium“ und „Lehrerberuf“ formuliert. Beispielsweise sollen zusätzliche Anreize für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger mit Mangelfächern geschaffen und adressatengerechte Werbemaßnahmen insbesondere in den sozialen Medien intensiviert werden. Abiturientinnen und Abiturienten ‑ sollen z. B. durch eigene Unterrichtsversuche, Lehrgelegenheiten in AGs, Ferienkursen oder Grundschulprojekten früh Einblicke in die Arbeit von Lehrkräften bekommen. Zudem sollen Stipendienprogramme für Lehramtsstudierende in den Mangelfächern geschaffen beziehungsweise ausgebaut werden. Die Empfehlungen weisen zudem auf die guten Einstellungschancen im Schulsystem hin, die angehende Lehrerinnen und Lehrer in den kommenden Jahren in ausgewählten Bereichen vorfinden werden.

Die Kultusministerkonferenz setzt sich mit Fragen des Lehrkräftebedarfs aktiv auseinander. Bereits 2013 hat sie mit dem Beschluss „Gestaltung von Sondermaßnahmen zur Gewinnung von Lehrkräften zur Unterrichtsversorgung“ einen Rahmen zur Qualifizierung von Seiten- bzw. Quereinsteigern definiert, der auch Festlegungen für die gegenseitige Anerkennung der über diesen Weg erlangten Lehrerberufsqualifikationen skizziert. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 wird die Kultusministerkonferenz eine ergänzende Empfehlung zur Ausgestaltung von Sondermaßnahmen in den Ländern verabschieden, die die im oben genannten Beschluss genannten Rahmenbedingungen durch Umsetzungsempfehlungen weiter konkretisiert. Zudem haben die Länder kurz- und mittelfristigen Absicherung der Unterrichtsversorgung vielfältige Maßnahmen ergriffen, wie die Aufstockung von Teilzeitlehrkräften, die Abordnung von Lehrkräften eines anderen Lehramtstyps, die Ausweitung der Qualifizierung sog. Seiten- bzw. Quereinsteiger, die Ausweitung von Weiterbildungsmaßnahmen, mit denen im Dienst befindliche Lehrkräfte eine Lehrbefähigung für eine andere Schulart oder ein weiteres Unterrichtsfach erwerben können.

Torsten Heil
Pressesprecher / Press Officer
Leiter der Pressestelle

Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)
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