Vertretertag 2026: Generationenwechsel – Steve Vogler ist neuer Landesvorsitzender

Die neue Verbandsspitze: Landesvorsitzender Steve Vogler mit den stellvertretenden Landesvorsitzenden Nadine Wegener (links) und Susanne Riemer-Ranscht (rechts)

Generationenwechsel beim Philologenverband Sachsen-Anhalt: Im nicht öffentlichen Teil des Vertretertags am 4. November 2026 in Halle haben die Delegierten einen neuen geschäftsführenden Vorstand gewählt. Neuer Landesvorsitzender ist Steve Vogler. Zuvor zogen sie Bilanz über fünf Jahre Verbandsarbeit – mit Erfolgen, offenen Baustellen und einem klaren Auftrag für die kommende Wahlperiode.

Über den öffentlichen Teil mit Festvortrag, Grußworten und der Verabschiedung von Thomas Gaube, Ines Gurschke und Hermann Weinert berichten wir in Teil 1 unseres Rückblicks.

Bilanz einer Wahlperiode im Zeichen des Mangels

In seinem letzten Geschäftsbericht als Landesvorsitzender blickte Thomas Gaube auf fünf schwierige Jahre zurück: eine Unterrichtsversorgung auf historischem Tiefstand, die per Verordnung eingeführte Vorgriffsstunde, neue Arbeitszeitkonten und eine Politik der Notlösungen. Mit dem Wechsel an der Spitze des Bildungsministeriums 2025 und dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das die Vorgriffsstunde für unwirksam erklärte, habe sich der Ton spürbar verändert.

Gaube zog eine ehrliche Bilanz der Arbeitsaufträge, die der Vertretertag 2021 dem Vorstand mitgegeben hatte. Das Fundament steht: Das Gymnasium bleibt eine eigenständige Schulform, das achtjährige Gymnasium und die schulformbezogene Lehrerbildung mit Staatsexamen und Vorbereitungsdienst bleiben erhalten, ebenso die eigenständigen Naturwissenschaften. Im Gespräch mit Ministerium und Landesregierung konnte der Verband zudem erreichen, dass die Stundentafel am Gymnasium nicht gekürzt wurde, dass der Faktor für die Abbildung der pädagogischen Arbeit von 1,7 auf 1,85 stieg, dass die Anrechnung für Abiturkorrekturen deutlich verbessert und die Altersermäßigung ausgeweitet wurde.

Ebenso offen benannte er, was nicht gelungen ist: Eine Anrechnungsstunde für Klassenleitungen fehlt weiterhin, die Schulleitungen haben nicht mehr Leitungszeit erhalten, das Eingangsamt A14 ist nicht durchgesetzt, und einen verbindlichen, leistungsbezogenen Zugang zum Gymnasium gibt es nicht. „Ein Vorstand, der nur von seinen Erfolgen spricht, verdient das Vertrauen seiner Mitglieder nicht“, so Gaube. Die offenen Punkte seien kein Anlass zur Resignation, sondern das Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre.

Sein Fazit: „Wir waren nicht immer die Lautesten. Aber wir waren erkennbar, wir waren verlässlich, und wir waren beharrlich.“

Solide Finanzen und viel Dank

Schatzmeister Benjamin Winkler legte den Kassenbericht für die Jahre 2021 bis 2025 vor, die Kassenprüferinnen und Kassenprüfer bestätigten eine ordnungsgemäße Kassenführung. Der Verband ist finanziell solide aufgestellt. Thomas Gaube dankte Benjamin Winkler, der 2021 als junges Mitglied das verantwortungsvolle Amt übernommen und die Beitragsreform von 2023 mit vorbereitet und umgesetzt hatte, für fünf Jahre gewissenhafte und transparente Arbeit.

Besonderer Dank galt außerdem Regina Baier, die als Leiterin der Geschäftsstelle die verlässliche Schaltstelle des Verbandes ist, sowie Maria Jakob, die als Beisitzerin die Jungen Philologen im Vorstand vertreten hat. Gewürdigt wurden auch Paula Friedrich sowie Peter Dammann und Claudius Wolowski, die 2025 aus dem Vorstand ausgeschieden sind. Anschließend entlasteten die Delegierten den bisherigen Vorstand und die Kassenprüfer.

Der neue geschäftsführende Vorstand

Unter der Leitung des Wahlvorstands mit Simone Sowa, Ines Gurschke und Frank Hilfert wählten die Delegierten den neuen geschäftsführenden Vorstand für die Wahlperiode 2026 bis 2031:

  • Landesvorsitzender: Steve Vogler
  • Stellvertretende Landesvorsitzende: Nadine Wegener und Susanne Riemer-Ranscht
  • Schatzmeister: Thomas Gaube
  • Beisitzerinnen und Beisitzer: Ina Wärmpt, Susan Preußer, Christoph Schönbach und Stephan Baier
  • Kooptierte Mitglieder: Nadja Kowarsch (AG „Junge Philologen“), Thomas Wärmpt, Ines Gurschke und Hermann Weinert
  • Kassenprüferinnen: Nicole Turzer und Adrienne Beyer
Gruppenfoto des neuen Vorstands des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt in schwarzen Verbands-T-Shirts
Der neue Vorstand mit DPhV-Bundesvorsitzender Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing (v. l.): Susan Preußer, Thomas Gaube, Nicole Turzer, Steve Vogler, Susanne Lin-Klitzing, Nadine Wegener, Susanne Riemer-Ranscht, Adrienne Beyer, Christoph Schönbach und Ina Wärmpt. Nicht im Bild: Stephan Baier.

Mit Ines Gurschke und Hermann Weinert bleiben zudem zwei erfahrene bisherige Stellvertreter als kooptierte Mitglieder im geschäftsführenden Vorstand und begleiten den Übergang. Ebenfalls kooptiert sind Nadja Kowarsch, die im Vorstand die AG „Junge Philologen“ vertritt, und Thomas Wärmpt. Thomas Gaube kehrt damit in das Amt zurück, das er schon über vier Wahlperioden innehatte – und bleibt, wie er es selbst formulierte, „noch eine Weile an Bord in der zweiten oder dritten Reihe“.

Die Leitung der Versammlung lag beim Tagungspräsidium mit Jürgen Rettberg sowie Ina und Thomas Wärmpt.

Die Aufgaben werden nicht kleiner

Für die neue Wahlperiode gab der scheidende Vorsitzende dem neuen Vorstand eine klare Agenda mit, die sich auch in den Leitanträgen wiederfindet. An erster Stelle steht die Arbeitszeit: Die neue Schuljahresunterrichtsverpflichtung darf nicht zur verdeckten Personalreserve werden, die Arbeit im Abiturjahrgang muss vollständig angerechnet werden, und Mehrarbeit darf nicht schlechter bezahlt werden als reguläre Arbeit. Hinzu kommen die Entlastung der Klassenleitungen, mehr Leitungszeit für die Schulleitungen, ein gewahrter Besoldungsabstand zu anderen Lehrämtern und eine Lehrkräftebildung ohne Einheitslehramt und ohne weitere Verkürzung des Vorbereitungsdienstes. Neu auf der Agenda steht die künstliche Intelligenz, die neue Unterrichts- und Prüfungsformate erfordert.

Nach der Landtagswahl wird der neue Vorstand zudem Gesprächswege ins Ministerium und in den Landtag neu aufbauen müssen. Die Haltung des Verbandes bleibt dabei unverändert: „Wir sind überparteilich, aber wir sind nicht unpolitisch. Klar im Anspruch heißt für uns deshalb immer auch: klar in der Haltung.“

Zukunft im Blick

Mit dem neuen Vorstand vollzieht der Philologenverband Sachsen-Anhalt den Generationenwechsel, der 2021 angekündigt und in den vergangenen fünf Jahren vorbereitet wurde. Der Philologenverband Sachsen-Anhalt gratuliert allen Gewählten herzlich und wünscht dem neuen Vorstand viel Erfolg, Kraft und eine glückliche Hand – getreu dem Motto des Vertretertags: Klar im Anspruch, stark im Miteinander, Zukunft im Blick.

Vertretertag 2026: Generationenwechsel – Steve Vogler ist neuer Landesvorsitzender
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