Vertretertag 2026: Berufs- und bildungspolitische Leitlinien beschlossen

Symbolbild (KI-generiert): Gelbe Leitlinien im Boden führen zum Eingang eines Gymnasiums, in den Mauern eingraviert das Motto „Klar im Anspruch. Stark im Miteinander. Zukunft im Blick.“

Im zweiten Teil des Vertretertages am 4. November 2026 in Halle haben die Delegierten einstimmig die bildungs- und berufspolitischen Leitlinien des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt beschlossen. Sie legen fest, wofür der neue Vorstand in den kommenden fünf Jahren eintritt.

„Bildungspolitik braucht einen Kompass, keine Wetterfahne“, hatte Thomas Gaube in seinem Geschäftsbericht gesagt. Am Nachmittag stimmten die Delegierten über diesen Kompass ab: Einstimmig beschlossen sie die beiden Leitanträge des Geschäftsführenden Vorstandes. Diese bündeln die Positionen des Verbandes zu Bildungspolitik und Berufspolitik und gelten als Grundlage seiner Forderungen.

Bildungspolitik: Qualität vor Struktur

Die bildungspolitischen Leitlinien setzen auf das Gymnasium als leistungsorientierte, wissenschaftspropädeutische Schulform. Sie stehen ausdrücklich zum gegliederten Schulwesen. Der Verband fordert:

  • verbindliche, bundesweite Standards und ein vergleichbares Abitur auf Grundlage des gemeinsamen Aufgabenpools der Länder,
  • eine breite Allgemeinbildung mit solidem Fachwissen als Grundlage aller Kompetenzen,
  • verbindliche, leistungsbasierte Kriterien für den Übergang ans Gymnasium,
  • eine starke Oberstufe mit landesweit einheitlichen Bewertungsmaßstäben.

Neu ist eine klare Linie zur künstlichen Intelligenz: Prüfungen sollen zeigen, was Schülerinnen und Schüler können, und nicht, was eine KI erzeugt. Klausuren werden daher grundsätzlich ohne KI und unter Aufsicht geschrieben. Häuslich angefertigte Arbeiten werden durch eine mündliche Verteidigung abgesichert. Für digitale Medien gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Berufspolitik: Gute Bildung braucht starke Lehrkräfte

Die berufspolitischen Leitlinien folgen daraus. Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing hatte es in ihrer Festrede so gesagt: Aus den bildungspolitischen Schwerpunkten folgen die berufspolitischen Forderungen, nicht umgekehrt. Der Verband bekennt sich zum Beamtenstatus und zu einer schulartspezifischen Lehrkräftebildung. Ein Einheitslehramt und ein kürzerer Vorbereitungsdienst kommen für ihn nicht in Frage. Weitere Kernforderungen sind:

  • Besoldung: Der Abstand zu den Eingangsämtern anderer Lehrämter muss gewahrt bleiben. Dazu gehören verlässliche Beförderungswege bis A15.
  • Tarifbeschäftigte: Ihr Nettoeinkommen darf nicht hinter der Besoldung zurückbleiben.
  • Deputat: Die Unterrichtsverpflichtung soll sinken. Die Korrekturbelastung wird über Anrechnungsstunden ausgeglichen. Altersermäßigungen werden ausgebaut.
  • Gesundheit: Die Arbeitsbelastung wird erfasst, um Lehrkräfte zu schützen und nicht, um sie zu kontrollieren. Bei Angriffen auf Lehrkräfte gibt es Rechtsschutz.
  • Seiteneinstieg: Er muss zu einem Abschluss führen, der dem gymnasialen Lehramt gleichwertig ist.
  • Digitalisierung: Alle Lehrkräfte erhalten dienstliche Endgeräte. Bei Nutzung der vom Land bereitgestellten Systeme werden sie von der Haftung freigestellt.

Auftrag für den neuen Vorstand

Mit den Leitlinien hat der neu gewählte Vorstand um den Landesvorsitzenden Steve Vogler einen klaren Arbeitsauftrag. Nach der Landtagswahl ist die politische Lage im Land offen. Deshalb kommt es jetzt darauf an, die Positionen des Verbandes von Anfang an deutlich in die Gespräche mit Ministerium und Landtag einzubringen. Ganz im Sinne des Mottos des Vertretertages: Klar im Anspruch. Stark im Miteinander. Zukunft im Blick.

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